Ein Ausweg aus den prekären Einkommenssituationen für Kreative.

Selbständig arbeiten in der sogenannten Kreativwirtschaft. Wirklich cool, oder? Völlige Selbstbestimmung. Totale Freiheit. Kein Chef, der nervt.

Verstehe mich nicht falsch: Es gibt viel Positives aus dem Leben als freier Kreativer zu berichten. Du bist selbst verantwortlich für die Zeit, die du arbeiten möchtest. Du kannst dir deine Projekte selbst auswählen, die dir Spaß machen. Und du kannst dir deine idealen Kunden selbst wählen – vorausgesetzt, du hast eine Idee, wie dies funktioniert.

Wenn dies alles so funktioniert, dann ist alles gut.

Vorausgesetzt, du bekommst nicht jedes Mal einen Schweißausbruch, wenn du dein Bankkonto betrachtest. Du dich wieder einmal wunderst, wie du im nächsten Monat die Miete bezahlen sollst. Dich immer wieder der Gedanke beschleicht: »Wäre es nicht besser, Angestellter zu sein?«

Es gibt eine einfache Lösung. Eine, die dir Stabilität in deinem freien Leben gibt. Es ist nichts, das du nicht schon einmal gehört hast. Du hast aber vielleicht noch nicht realisiert, wie wichtig dies für deine Tätigkeit als selbständiger Kreativer sein kann. Dann kannst du auch nicht die Power aus dieser notwenigen Entspanntheit, die aus einem regelmäßigen Einkommen entsteht, für deine Arbeit schöpfen.

Wie du dir eine Einkommensbasis für dein Kreativ-Business aufbaust.

Die einfachste Lösung, um dem instabilen Einkommen in der Kreativwirtschaft zu entkommen, sind eine Handvoll Kunden, die bereit sind, eine fixe Monatspauschale zu bezahlen.

Diese Kunden bezahlen dir jeden Monat ein vereinbartes Honorar und sorgen daher für ein regelmäßiges Einkommen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um zu einem Deal zu kommen – und darum geht es mir in diesem Artikel.

Für uns Kreative sind Kunden mit Monatspauschalen eine Garantie für ein stabiles Einkommen.

Dieses zuverlässige Einkommen von diesen Kunden ist unbezahlbar. Aber wenn du deine Leistung nicht exakt definierst, kann es leicht passieren, dass du dich billiger verkaufst als nötig.

Warum Monatspauschalen super sind (und manchmal doch nicht)

Monatspauschal-Kunden haben viele Vorteile:

  • Sie sorgen für regelmäßiges Einkommen.
  • Du musst dich nicht pausenlos um deinen Neukundenprozess kümmern.
  • Dein Büroaufwand ist geringer, da alles bereits vereinbart ist.

Um das Risiko in der Zusammenarbeit mit einem dieser Kunden zu reduzieren, kannst du zu Beginn ein paar Testprojekte umsetzen. An diesen Projekten kannst du gut sehen, wie sich dein Kunde im Prozess der Zusammenarbeit verhält. Diese Tests sind abgeschlossene Projekte, die du anbietest, umsetzt und dann verrechnest.

Während der Projektumsetzung stellst du dir folgende Fragen:

  • Sind dir die Erwartungen des Kunden völlig klar?
  • Ist die Kommunikation einfach? Beantwortet er Anrufe oder E-Mails?
  • Zahlt er zum vereinbarten Zeitpunkt?

Betrachte diese Testprojekte als Filter für deinen Kunden. Wenn du den Eindruck gewinnst, er ist ein idealer Kunde für dich, weil die Zusammenarbeit leicht von der Hand geht, er deine Inputs schätzt und mehr mit dir arbeiten möchte, dann überlege, ihn zu einem Monatspauschale-Kunden zu machen.

Wie du deine Zeit, Energie und dein Einkommen schützt.

Es gibt aus meiner Sicht zwei Wege, um eine solche Kunden-Beziehung zu strukturieren:

Die »Reservierte Zeit«-Pauschale:
Eine Idee, auf die mich mein langjähriger Freund und Kunde, Dr. Christian Scharinger, gebracht hat. Er arbeitet seit Jahren mit dieser Methode, und seine Kunden lieben es.

  • Biete deinen Kunden eine monatlich vereinbarte Menge an Stunden oder Tagen. Und diese sind fix für diese Kunden reserviert und abrufbar.
  • Um es noch attraktiver zu machen, kannst du auf deinen Stundensatz einen Rabatt gewähren (ist aber nicht zwingend notwendig)
  • Offene Stunden können nicht ins nächste Monat mitgenommen werden. Jedes Monat beginnt bei Null.

Kunden mit fortlaufenden Projekten wie Content Marketing, Webseiten- oder Social Media-Betreuung sind geradezu prädestiniert für so ein Modell. Du musst nur einen Weg finden, deine Zeit exakt aufzuzeichnen.

Hinweis: Bitte Vorsicht – und nicht überbuchen. Wenn du mehrere Kunden in diesem Modell hast und sie ihre Zeit nicht verbrauchen, ist die Verlockung groß, noch einen Kunden dazuzunehmen. Aber wenn dann alle gleichzeitig mit Projekten aufschlagen, dann passiert es leicht, dass du deine Zusagen nicht einhalten kannst.

Entweder du achtest darauf, dich nicht zu überbuchen oder du hast ein Netzwerk an vertrauensvollen Kollegen, die dir in Spitzenzeiten aushelfen.

Die Pauschale für regelmäßigen Service
Texter oder Content-Profis können diese Methode gut einsetzen. Sie könnten ja z. B. 4 Blogbeiträge, 2 E-Mail-Newsletter und 2 E-Mails für den Autoresponder liefern – und zwar jeden Monat.

Auch Grafikdesigner können dieses Modell einsetzen, wenn sie sich jeden Monat um die Webseite, die Broschüren und Social-Media-Grafiken kümmern.

2 Inspirationen, um die Monatspauschale verlockend zu machen

Ein sehr einfacher Weg die Pauschale verlockend zu machen, ist, damit den normalen Stundensatz attraktiver zu gestalten. Dieser günstige Stundensatz ist nur für Kunden gedacht, die bereit sind, eine gewisse Menge an Stunden pro Monat zu kaufen. Und nochmals zur Erinnerung: Offene Stunden werden nicht weitergeschrieben.

Als Beispiel:

Dein normaler Stundensatz beträgt EUR 125. Dein neuer Pauschalen-Kunde möchte bei dir 20 Stunden im Monat blocken. Dafür würde er regulär EUR 2.500 bezahlen. Diesem Kunden könntest du eine Monats-Pauschale für EUR 2.000 anbieten. Dies entspricht einem reduzierten Stundensatz von EUR 100.

Zu deinem eigenen Schutz vereinbare mit deinen Kunden eine Mindestlaufzeit von z. B. sechs Monaten. Damit verhinderst du, dass es ganz schlaue Kunden für ein schnelles Schnäppchen nutzen.

Ein anderer Zugang um Monatspauschalen attraktiv zu machen ist, eine Abrechnung nur zum Quartal oder am Jahresbeginn vorzuschlagen. Damit sinkt dein Aufwand, jeden Monat eine exakte Abrechnung zu erstellen. Dies spart Zeit und Nerven – dir und deinem Kunden.

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Claus Zerenko

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  • Thomas Ehgartner

    Danke für den tollen Beitrag! LG Thomas

    • Hallo Thomas,
      Danke für deine Reaktion auf meinen Artikel. Schön von dir hier zu lesen.
      lg Claus

  • Danke.Ich finde das super und arbeite selbst mit fix gebuchten Stunden. Wie gross siehst du die Gefahr nicht nur der Überbuchung sondern auch der stunden die man eventuell als Grafiker zu viel arbeitet.also quasi anstatt 20 gebuchter Stunden 22 pro Monat arbeitet damit ein Projekt fertig wird? Bzw. Wieviel Überstunden sind noch im Rahmen?

    • Hallo Anna.
      Ich bin ein Anhänger der Idee nur für ideale Kunden zu arbeiten. Wenn es uns als Kreative gelingt, nur noch ideale Kunden zu haben, dann sind wir auch bereit unser Bestes zu geben und noch etwas mehr. Auch wenn es für manche wie ein Traum erscheint, es gibt einen Weg zu nur noch idealen Kunden. Aus meiner Erfahrung ist die Gefahr für ideale Kunden mehr zu arbeiten als vereinbart ist daher sehr groß. Versuche deine Arbeits-Stunden genau zu kalkulieren und auch einzuhalten. Viele Kreative lügen sich in der Kalkulation und der Projektabrechnung selbst an. Was nutzt ein Stundensatz von EUR 100 wenn dann in der Nachkalkulation (sofern es eine gibt) dann nur 35 EUR erscheinen. Wenn Überstunden notwendig sind, dann kann dies verschiedene Gründe haben. Zuwenig Stunden verkauft, falsch kalkuliert, schlechtes und ungenaues Briefing oder zu viel Aufwand betrieben. Ob du bei einem Projekt 10 % mehr arbeitest oder weniger ist bei einem idealen Kunden nicht so relevant. Im Grunde muss es sich über die Länge der Zusammenarbeit rechnen – für beide Parteien. Bei Einzel-Projektkunden solltest du eher weniger arbeiten als mehr.

  • Vielen Dank für die interessante Anregung durch deinen Artikel. Spiele auch schon länger mit dem Gedanken der Monats-Pauschalen. Allerdings habe ich dafür bisher nur einen Ideal-Kunden. Andere Kunden sind auch sehr gute Kunden, haben aber viel zu wenig Projekte. Wie macht man denen das Ganze dann schmackhaft?

    Übrigens der Link zu deinem E-Book ist irgendwie tot.

    • Hallo Markus,
      Danke für deinen Input. Ich vermute du hast aktuell einen größeren Kunden und mehrere kleiner Kunden mit Projektjobs. Ich würde in Zukunft in der Neu-Akquise auf größere Kunden fokussieren, damit du einen zweiten bekommst und damit die Gewichtung der Jobs besser hinbekommst. Aus meiner Erfahrung operieren kleiner Projektkunden eher ungeplant und nicht sehr strategisch. Du könntest deinen Projektkunden auch so etwas anbieten wie eine Jahres-Erfolgsplanung, um ihnen zu zeigen wie strategisch erfolg planbar ist.

      PS: Danke für den Hinweis zum Link – ist gefixt 😉